FOTOGALERIE 1: Grétis Vorgeschichte
Teil 1:
In einer privaten Rettungsaktion von Christine (Rischka) und mir wurde Mama Gréti mit Hilfe ungarischer Tierschützer (Gabriella und Niki) gerettet.
Gréti wurde von Hundefängern in Stadtnähe an einem Flussufer eingefangen und in die Tötungsstation Illatosut in Budapest gebracht. Dort wurde sie zusammen mit ihren Welpen im Zwinger mit der Nummer 137B (136B 158K) untergebracht.
Ihr Freigabedatum war der 03.08.06. Ab diesem Termin konnte sie vermittelt oder getötet werden. Die Station war zu diesem Zeitpunkt völlig überfüllt, was zur Folge hatte, dass getötet werden musste.
Gréti wurde als sanfte, ruhige und aufgeschlossene Hündin beschrieben.

Danach war Gréti nur noch alleine auf den Illatos-Bildern zu sehen.
Die Welpen wurden (viel zu früh!) angeblich vermittelt. Ich hoffe, dass sie den
Illatos überlebt haben.

Gréti baute zusehends ab, ihr Blick war leer. Sie hatte sich aufgegeben:

Der Tötungstermin für Gréti stand fest. Die Rettung erfolgte in letzter Minute!
Wir hatten inzwischen einen Platz in Deutschland (Nähe FFM) gefunden,
wo sie nach der Quarantänezeit ein Zuhause finden sollte.

Gréti wurde zum Tierarzt gebracht, untersucht, geimpft, gechipt und
bekam ihren EU-Pass. Nach dem Tierarztbesuch wurde Gréti in Quarantäne
gebracht. Gréti war extrem ausgezehrt, ...

und sie hatte noch Milch!

Gréti sollte nach ihrer Quarantänezeit mit Flugpaten nach Deutschland geflogen
und in Frankfurt an das neue Frauchen übergeben werden.
Dann der Schock für Christine und mich: Kurz vor diesem Termin sagte die Endstelle,
die Gréti aufnehmen wollte, ab!!! Wir telefonierten uns die Finger wund, um eine
Lösung zu finden. Über eine Freundin erhielt ich die neue Adresse einer früheren
Vereinsfreundin von mir, eine Schäferhundliebhaberin. Wir haben uns viele Jahre nicht mehr gesehen. Dabei wohnt sie gar nicht weit von mir entfernt, etwa 20 Autominuten. Sonja sagte spontan zu, Gréti zeitlich befristet zur Pflege aufzunehmen. Wohl war mir absolut nicht, denn in ihrer Familie gibt es ein Kleinkind (4 Jahre), 2 weitere Hunde, etliche Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Vögel. Gréti wurde als ängstlich, aber sehr lieb und umgänglich beschrieben, aber es konnte nicht alles vorweg getestet werden. So entwarfen Sonja und ich vorweg Notfallstrategien für den Fall, dass Gréti sich nicht einfügen konnte oder schlichtweg überfordert war.
Am 19.08. wurde Gréti endlich nach Deutschland geflogen. Sie musste für den Transport ein Beruhigungsmittel bekommen, sie war extrem verängstigt vor dem Abflug.
Gréti wurde zusammen mit Lufi von den lieben Flugpaten Birgit und Nikolas mitgebracht.
Die beiden haben Nerven wie Stahlseile bewiesen, und ich kann ihnen gar nicht genug
danken! Nur am Rande: Niemals mehr ein Hundetransport mit der Lufthansa von
Budapest aus! Das ist eine Geschichte für sich!
Flughafen Budapest

Birgit und Nikolas

Mein Mann Oliver übernahm Gréti am Frankfurter Flughafen und brachte sie zunächst
zu uns, damit sie sich zuerst in einem gesicherten Grundstück lösen konnte. Danach
fuhr ich zu Sonja, der übergangsweisen Pflegemama. Sie hatte alles bestens vorbereitet, damit nicht direkt alles auf Gréti einstürmte.
Sonja

Erster Katzenkontakt! Kurz mal geschaut, gut war´s!

Inspektion des Wohnraumes:
Im Raum befand sich ein Zimmerkennel für Gréti, in den sie sich bei Angstsituationen zurückziehen konnte.
Um es abzukürzen: Gréti war nur lieb!!! Sie hatte mit den anderen Tieren, egal welcher Art, keinerlei Probleme! Den Hunden gegenüber verhielt sie sich freundlich bis unterwürfig. Von daher konnte sie sich gut einfinden. Sogar Sonjas ältere Hündin Zoey, eine liebenswerte kleine „Zicke“, hatte Gréti deswegen schnell akzeptiert.


Gréti war Menschen gegenüber recht vorsichtig. Besonders auf einige Frauen reagierte sie regelrecht panisch. Dann sprang sie rückwärts und versuchte zu flüchten. Ans Autofahren hatte sie sich mittlerweile ein wenig gewöhnt, das war anfangs ein arges Problem. Viele Umweltreize flößten Gréti noch Angst ein.
Wir stellten Gréti meinem Tierarzt vor. Sie war, abgesehen von ihrer Unterernährung
(anfangs 19 kg), völlig gesund. Auch der Mittelmeer-Check ergab nichts Auffälliges. Sie wog nun nach dem Aufpäppeln knapp 23 Kilo bei normaler Schäferhundgröße.
Das Gesäuge hatte sich gut zurückgebildet.
Teil 2
Schon ganz am Anfang, nachdem ich die Bilder von Gréti gesehen hatte, fühlte ich einen starken Bezug zu ihr. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, Gréti sei mein Hund. Aber ein dritter Hunde kam für mich nicht in Frage, weil ich daheim zwar einen sehr lieben Rüden (Rexl) habe, aber auch eine etwas schwierige Hündin. Trixi ist mein kleines „Hexlein“. Uns gegenüber ist sie anschmiegsam, lieb und gehorsam, Fremdem gegenüber aber ist sie erst einmal misstrauisch und unsicher. Deshalb habe ich mich auch nie als Pflegestelle angeboten. Das Thema Dritthund hatten wir längst zu den Akten gelegt.
Fakt war aber, dass Gréti nur befristet in der Pflegestelle bleiben konnte und wir uns längst in Gréti verliebt hatten. Wir haben sie oft besucht und sie auf Spaziergängen begleitet.
Der Wunsch wurde immer größer, Gréti doch als eigenen Hund aufzunehmen. So haben wir sie stundenweise zu uns geholt, sind aber noch jeglicher Konfrontation mit Trixi ausgewichen. So hat Gréti schon unsere Spazierwege kennen gelernt und auch unser Haus in Abwesenheit von Rex und Trixi.


Diese Augen!!!

Nach anfänglicher Scheu wurde Gréti neugierig und hat jeden Winkel erkundet. Sie
sollte das Haus kennen lernen und überall ihren Geruch hinterlassen. Später hatte
ich sehr interessierte Hunde!
Schlafplatzerprobung:

Als Nächstes sollte sich Rex an Gréti gewöhnen. Die Zusammenführung war völlig problemlos!



Nun kam der schwierigste Teil: Die Zusammenführung mit Trixi
Trixi kann nicht mit Rex verglichen werden. Ich musste mit Ablehnung rechnen. So fand das erste Treffen mit ihr auf neutralem Gelände und mit Maulkorb gesichert statt.
Ich habe mich zunächst mit Rex im Hintergrund gehalten. Trixi war zu Beginn dann tatsächlich brummig und ungehalten beim Anblick von Gréti. Sie wollte schnurstraks hin und das nicht gerade freundlich. Das Abstandhalten brachte sie aber eher noch mehr in Rage.
Dann wagte es Oli, Trixi an langer Leine heran zu lassen. Der Maulkorb vermittelte ein Sicherheitsgefühl. Entgegen allen Befürchtungen verhielt sich Trixi jedoch nur angespannt. Schließlich zeigte sie sogar freundliches Wedeln und reagierte mit Freudenhüpfern auf Lob. Ich weiß durchaus, dass Wedeln nicht immer Freundlichkeit bedeutet, aber in diesem Fall war es so. Nach dem ersten Kontakt sind die beiden ein Stück Weg gemeinsam gegangen. Gréti ist extrem unterwürfig, was Trixi sehr beschwichtigt hat. Rex war dann auch mit dabei, ihn interessierte nur der Ball! So lief dieses Zusammentreffen sehr positiv.



Teil 3
Gréti kommt ganz zu uns!!!
Es war mir klar, dass ich weiterhin vorsichtig sein musste. Hier im Haus gelten wieder andere Regeln als draußen. Aber da musste Trixi eben durch.
Beim nächsten gemeinsamen Spaziergang war Trixi noch nicht wirklich "amused". Sie näherte sich Gréti ab und zu recht dominant, aber die Spannung fiel dann endlich doch von ihr ab. Das wurde mit viel Lob quittiert. Nach diesem gemeinsamen Spaziergang gingen wir einfach auch gemeinsam ins Haus! Ich ermutigte mich selber, indem ich mir sagte, dass nicht Trixi zu entscheiden hat, wer ins Haus darf und wer nicht. Und ICH WOLLTE, dass es klappt! Trixi beäugte und verfolgte Gréti recht argwöhnisch, und wir hielten es für ratsam, einen Maulkorb anzulegen. Diesen konnten wir aber bald schon ablassen, denn bei Trixi wuchs schnell positives Interesse an Gréti.


Unser Duo Rex und Trixi wurde zunächst ganz deutlich bevorzugt und bei Wohlverhalten gelobt. Gréti bekam ihre Streicheleinheiten zumeist in Abwesenheit, um keine Eifersucht aufkommen zu lassen. Gefüttert wurde anfangs auch getrennt. Im Haus lag in den ersten Tagen nichts herum, das ins Beuteschema passte (Spielsachen. Kauknochen etc.). Ein aufgestellter Kennel sollte Gréti als Schutz dienen. Aber sie fühlte sich von Anfang an nie so ernsthaft gefährdet, dass sie dorthin flüchten wollte. Sie lag lieber frei, also wurde er wieder abgebaut. Wenn Trixi nahte flüchtete Gréti nicht, sondern sie beschwichtigte äußerst deutlich, was immer zum Erfolg führte.
Es dauerte nur wenige Tage bis Trixi sich völlig entspannt hatte, Seither läuft das Zusammenleben problemlos.
 


Inzwischen hat Gréti sich in ihrer Rangposition erhöht. Ohne irgendwelche Aggressionen ganz alleine über Körpersprache hat sie Trixi Stück für Stück entthront. Trixi würde heute niemals mehr eng an Gréti vorbeigehen oder gar über sie steigen, wenn sie im Weg liegt. Auch hat Trixi sich einiges an Körpersprache abgeschaut, und sie kommuniziert nun deutlicher als früher.
Mir ist bis jetzt kein Hund bekannt, der eine solch ausgeprägte Körpersprache hat wie Gréti. Sie muss Modell gestanden haben beim Schreiben des Buches "Calming Signals" von Turid Rugaas!


Rudelchef ist aber nach wie vor unser stets fröhlicher und agiler Clown Rexl! Gréti liebt ihn sehr!
Es hat sich ein gutes Dreier-Team aufgebaut, das harmonisch zusammen lebt!

Hier geht es zu meinen Lieblingsfotos von Gréti! (Bitte anklicken!)
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