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Übersetzt von Gabi Woiwode


Gestern Abend ging ich noch mal raus, kurz nach Mitternacht, um nachzusehen, ob auch alle Heizlampen in den Ziegen-, Hühner- und Putenhäusern arbeiten. Die Temperatur drohte auf Null oder sogar noch darunter abzufallen. Alle Hunde waren längst schlafen gegangen und die Nacht war still. Beim Betreten der Veranda begrüßte mich die Sicht auf einen kristallklaren Himmel mit Scharen von Sternen. Meine Taschenlampe anknipsend machte ich mich auf den Weg zum Schuppen (wir weigern uns, uns eine dieser verdammten "Rund-um-die-Uhr" Monsterdinger anzuschaffen, die die Sterne vom Scheinen abhalten).

Am frühen Abend hatte ich ein bisschen Stroh gebracht, um den Tieren auf der Farm ein frisches Bett zu machen; dabei war mir draußen vor dem Gatter ein Bündel heruntergefallen, dass ich nicht mehr aufgehoben hatte.

Während ich den Weg herunter lief, sah ich im Schnee ein paar blutige Pfotenabdrücke, die aus dem Wald herauskamen und in dem Strohbündel am Gatter endeten. Zusammengerollt auf den Strohhaufen lag ein Hund. Mittelgroß. Schwer auszumachen in der Dunkelheit, welche Art Hund; könnte alles mögliche gewesen sein. Aber ganz sicher ein Hund dunkler Farbe. Ich legte meine Hand auf den Rücken und fühlte kalte Rippen. Ich zog meine Handschuhe aus und tastete hinter den Vorderlauf. Ein Herzschlag. Dann hörte ich einen schwachen Schlag. Das Ende der Rute ging auf und ab, hinterließ kleine Abdrücke im Schnee, aber der Kopf bewegte sich nicht. Ich blickte in die tiefbraunen Augen, die zu sagen schienen "Bitte jage mich nicht weg, ich kann keinen Schritt mehr laufen". Die Läufe waren gebrochen und bluteten. Ich sah, kontrollierte, ob die Heizlampen funktionierten und nahm
den durchfrorenen Hund vorsichtig an mich. Kein Widerstand, nur das Klopfen der Rute. Nicht viel Gewicht für die Größe des Bündels. Ich machte mich auf den Weg zur Vordertür.

Drinnen angekommen legte ich den Hund in der Tür ab. Keine Bewegung. Während ich kontrollierte, ob alles noch schlief, machte ich mich auf die Suche nach einer Decke. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir die letzte Hundedecke bei unserer Rettungsaktion von neulich verwendet hatten. Im Schrank nichts, im Trockner nichts, auf der Couch nichts. Ich ging ins Schlafzimmer und zog vorsichtig die vom Bett herunter. Auch wenn sie schon alt war und an den Rändern auszufransen begann, es war die letzte Verfügbare. Ich faltete sie und legte sie auf die Heizklappe, ganz nah beim Ofen. Dann nahm ich den Hund und legte ihn oben drauf.

Nach Mitternacht an Silvester, in einer sehr ländlichen Gegend von Südwest-Missouri - keine Chance, heute Abend noch einen Tierarzt aufzutreiben. Wir würden es morgen versuchen müssen. Ich ging in die Küche, nahm eine Dose Hühnerbrühe aus der Gefriertruhe und warf sie in die Mikrowelle. Ich ging zurück ins Wohnzimmer und setzte die Schale nah an die Decke, in Reichweite der kalten Schnauze. Noch ein paar Schwanzklopfer war die einzige Bewegung. Ich langte hinunter und legte meine Hand unter das Kinn, vorsichtig den Kopf anhebend. Jetzt hier drin, konnte ich sehen, dass der Hund schwarz war, zumindest an den Stellen, die noch nicht grau geworden waren. Fast das ganze Gesicht zeigte die weißen Anzeichen vergangener Zeit und die Pupillen, umrandet von diesen dunkelbraunen Augen, waren blau. Die Ohren gehörten einem Labrador und auch der Schwanz, der jedes Mal klopfte, wenn ich nähern kam. Der Körper war dünn und knochig. Keine Vorderzähne mehr. Die Reißzähne waren abgewetzt oder bis auf kleine Stummel abgebrochen und ganz hinten konnte ich drei Zähne sehen. Ich wollte nicht nachsehen, ob der alte Hund ein Rüde oder eine Hündin war. War ja eigentlich ohnehin egal. Ich sagte dem alten Hund, dass ich ins Bett gehen würde und tätschelte seinen Kopf, was er wieder mit einem Schwanzklopfen erwiderte.

Auf dem Weg ins Schlafzimmer fragte ich mich, wie um alles in der Welt der Hund zu unserer Farm gekommen war. Er kam durch die Wälder, die groß und unbewohnt waren. Ich fragte mich auch warum ausgerechnet hier. Die Antwort war einfach. Die Hand Gottes hatte den alten Hund zum richtigen Ort gebracht.

Es ist jetzt morgens, und ich bin seit ein paar Stunden auf. Die Schale mit der Brühe war leer und die Decke war so, wie ich sie verlassen hatte. Keine blutigen Pfotenabdrücke auf dem Teppich, nur auf der alten Decke. Kurz nachdem ich zu Bett gegangen war, hatte der alte Hund die Hühnerbrühe aufgeschlabbert und die Schale sauber geleckt. Die Decke war leicht aufgeworfen und der alte Hund hatte sich zu einem fest Ball zusammengerollt, die Nase unter den Schwanz gesteckt. Als ich mich bückte, um guten Morgen zu sagen, antwortete kein Schwanzklopfen mehr. Ich wusste, dass der alte Hund in der Nacht über die Regenbogenbrücke gegangen war. Kniend vor dem alten Hund, dankte ich Gott für die alte Decke, die übrig geblieben war und für die Hände, die den Hund zur Regenbogen-Farm geleitet hatten. In dem Moment fiel mir das Gedicht ein, dass Walt für uns geschrieben hatte:


"Hör die Freundlichkeit, sanfte Worte,
verloren oft hinter Tränen
Leg deine Hand auf meine Schulter,
lass sie meine Ängste nehmen."

Walt Zientek
Möge das neue Jahr euch näher zur Hand Gottes bringen, und zu so vielen alten Decken, wie Ihr braucht.

Zur beliebigen Weitergabe freigegeben - vielleicht erreicht es ein paar, die das, was sie haben, nicht zu schätzen wissen.

Pam Moore





Herr, ich bin nur ein armer Kettenhund,
steh' nun vor dir, mein Hals ist wund.
Fast eingewachsen ist der Ring,
mit dem ich an der Kette hing.

Hab' Ohrenschmerzen,
bin fast blind
von Regen, Schnee und kaltem Wind,

von Rheuma steif sind meine Knochen,
bin fast auf meinem Bauch gekrochen
aus Angst vor meinem strengen Herrn;
denn mich zu streicheln, lag ihm fern,

hätt' gern gegeben alle Liebe,
erhalten hab' ich oft nur Hiebe,
nur so - weil gerad´ im Weg ich stand,
und hätt' so gern geleckt die Hand

für nur ein wenig Zärtlichkeit,
ein wenig Lob, wär' gern bereit
mein armes Leben hinzugeben
könnt' ich mein Aug' zu ihm erheben

und lesen dann in seinem Blick
ein wenig Liebe - doch dies Glück
beschieden hier war es mir nie,
war immer nur ein armes "Vieh".

Bin noch nicht alt nach Menschenjahren
und hab schon so viel Leid erfahren!

Doch steht einmal mein Herr vor dir,
dann bitt' ich dich, versprich es mir,
ich fleh' darum nicht ohne Grund,
schick ihn zurück als Kettenhund !

(Verfasser unbekannt)





Heute bin ich gestorben.

Ihr habt genug von mir gehabt.
Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.
Wahrscheinlich bin ich unter einem schlechten Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau,
die mich auf das ewige Jagdfeld geschickt hat, abgenommen.
Das und die kaum benutzte Leine, die ihr hier gelassen habt,
wird ein anderer Welpe bekommen.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei euch zu Hause wäre...

...wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte?
Ich wusste nur, dass es Leder ist, es lag vor mir auf dem Boden.
Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, Hundespielzeug zu kaufen. 

...wenn ich stubenrein gewesen wäre?
Ihr habt meine Nase da reingedrückt. Ich verstand es nicht. Es gibt doch Bücher und Schulen, wo man lernen kann, wie man Welpen so etwas beibringt. 

...wenn ich keine Flöhe in die Wohnung geschleppt hätte?
Aber ohne Mittel kann ich sie nicht los werden! 

...wenn ich nicht gebellt hätte?
Aber ich habe doch nur gesungen:
Ich bin da, ich bin da, ich bin alleine und so einsam.
Ich möchte euer bester Freund werden. 

...wenn ich euch erfreut hätte?
Aber wenn ihr mich schlagt, wie kann ich euch da erfreuen? 

...wenn ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?
Nach der ersten Woche, habt ihr keine Zeit mehr für mich gefunden.
Ich habe den ganzen Tag auf euch gewartet! 

Heute bin ich gestorben.

Euer Welpe 

(aus dem Ungarischen übersetzt von Edina Kopuváry) 





Wohl tausend Mal schon habe ich die eisernen Stäbe mit meinen Pfoten niederreißen wollen, und auch meine Zähne habe ich daran probiert. Aber härter als der härteste Knochen, glatter als der glatteste Stein gibst du nicht nach, du verfluchtes Gitter.

Ich höre Stimmen - hohe, tiefe, ich rieche deinen seufzenden Atem, ich suche deine Augen, du Aufrechtgehender, um dir zu sagen: "Bitte, ich bitte dich, ich bettele dich an!" Nein, ich will keinen Knochen, kein Stück Barmherzigkeitswurst, ich habe keinen Hunger. Ich habe SEHNSUCHT - nach Luft, Wiese, einer Decke in einer warmen Ecke, nach einer Hand, in die ich meine Schnauze stecken kann. "Nimm mich mit!! Ich bitte dich, gib mir ein Stückchen Glück von dem zurück, das ich verloren habe!" Ich weiß nur nicht, warum ich es verloren habe. Ich begreife es nicht mit meinem kleinen Hundehirn. Ich begreife es einfach nicht!!!

Von Tag zu Tag wird mein Blick müder. Die Kreise meiner Gedanken werden kleiner, so klein, dass sie jetzt schon recht gut in meine Zelle passen. Ich laufe im Kreis und denke im Kreis. Das Gitter ist mir schon vertraut, beinahe habe ich es lieb. Ja, ich liebe dich, du verfluchtes Gitter, weil ich wenigstens meine Hoffnungen durch dich durchblicken kann. Ich liebe dich, du verfluchtes Gitter, weil ab und zu ein menschlicher Arm zu mir rein reicht und manchmal sich ein Blick zu mir herein verirrt, der mir sagt: "Warte nur ab. Es kommt auch für dich einmal ein schöner Tag! Bestimmt, bestimmt!!"

Um Mitternacht, wenn anderswo Geisterstunde ist, dann reden wir "Häftlinge" miteinander, von Zelle zu Zelle, von Gitter zu Gitter. Wir erzählen uns, warum wir ausgestoßen worden sind, vor die Tür gesetzt, vertrieben, vergessen, wir armen Hunde im Massenstall.

Das ist die Stunde, in der ich dir direkt dankbar bin, du liebes verfluchtes Gitter. Dann liebe ich dich wirklich, ehrlich, aufrichtig; denn dann bist du nicht das Ende meiner Welt, sondern schützt mich vor der Welt der Menschen!

(Verfasser unbekannt)





Der kleine Hund liebte seinen Herrn über alles! Dieser riesengroße Mensch war sein Abgott. Er gab ihm Futter und Wasser, und er schien ihn auch zu lieben; ganz sicher, denn er streichelte ihn zärtlich und redete mit ihm. Er gab ihm einen Platz in seiner Wohnung, den er gegen jeden anderen noch so großen Hund bis zum Letzten verteidigen würde!

Das ging so ein ganzes Jahr lang. Dann wurden die Liebkosungen des Menschen spärlicher. Er schien immer unruhiger zu werden. Aber da er niemals vergaß, seinem kleinen Freund das Futter hinzustellen, machte der sich keine Sorgen. Ab und zu wurde er auch noch gestreichelt. Menschen waren und dachten eben anders als Hunde! So sprang er ihm immer wieder voller Freude entgegen, ja er schrie förmlich vor Freude, wenn er hörte, dass der Riesengroße nach Hause kam, der ihm leicht auf den Rücken klopfte und beruhigend, wenn auch etwas abwesend, sagte: »Ja, ja! Ist ja gut!«

Dann kam die Urlaubszeit. Die erste im Leben des kleinen Hundes, der vor Aufregung leise jaulend neben seinem Herrn in das Auto gesetzt wurde, das er schon kannte. Er versuchte, sich möglichst nahe an den geliebten Menschen heranzudrängen, aber der schob ihn so unsanft zurück, dass der kleine Hund bestürzt zu ihm aufsah.

Er ahnte nicht, dass sein Herr daran dachte, dass er wahrscheinlich überall nur Unannehmlichkeiten mit dem Tier haben und nie ganz frei sein würde. Er konnte ihn sicher nicht allein in dem fremden Hotelzimmer lassen, und er konnte und wollte ihn auch nicht dauernd mit sich herumschleppen. Der kleine Hund, der verunsichert vorsichtig mit der Pfote nach ihm tappte, erschien ihm auch längst nicht mehr so nett, wie damals als er ihn in einem Schaufenster sah und kurz entschlossen kaufte, weil er sich gerade sehr einsam fühlte. Aber im Urlaub wollte er Bekanntschaften machen. Er wollte, nun ja, was halt alle im Urlaub wollen.

Der kleine Hund war plötzlich eine Last für ihn, und er begann zu überlegen, wie er ihn loswerden könnte. Als eine gut übersichtliche Strecke kam und er ganz sicher war, dass vor und hinter ihm niemand fuhr, fasste er den kleinen Freund plötzlich im Genick, der ihn zutraulich ansah und versuchte, rasch noch seine Hand zärtlich zu lecken, warf ihn kurzerhand aus dem Wagen und fuhr davon, ohne sich noch einmal umzusehen.

Der kleine Hund überschlug sich, aber er hatte keine Verletzung davongetragen. Er stand da, sah dem Wagen nach, der hinter einer dünnen Staubwolke immer kleiner wurde, und verstand die Welt nicht mehr.

Sicher würde der Wagen gleich wiederkommen. Sicher war das nur ein Versehen. Vielleicht ein etwas grober Scherz wie damals, als er ihn in ein tiefes Wasser geworfen hatte, um zu sehen, ob er schwimmen könne.

Sicher würde er wieder besonders gestreichelt werden. Er würde warten, wie er schon, so oft gewartet hatte. Er setzte sich an den Rasenrand der Straße. Er war nicht mehr der Jüngste, was ihm sein Herr nicht angesehen hatte. Seine Augen waren bereits etwas getrübt, aber er wusste, dass der Wagen, auf den er wartete, grün war. Manilagrün, wie die Menschen das nannten.

Jedes Mal, wenn ein grüner Fleck in der Ferne auftauchte, richtete sich der kleine Hund auf, spitzte die Ohren und wedelte unsicher mit dem Schwanz. Er lief ganz nah an die Fahrbahn. Sicher würde dieser Wagen, den er nur etwas verschwommen sehen konnte, halten, und er würde schnell hineinspringen und alles würde wieder so sein wie früher. Aber der Wagen fuhr vorbei. Und der nächste grüne Wagen auch.

Der kleine Hund war verzweifelt. Er winselte leise. Was sollte aus ihm werden? Er hatte doch niemanden auf dieser schrecklich großen, fremden Welt außer diesem Menschen, der in dem grünen Wagen davongefahren war. Es kamen noch zehn grüne Wagen, es kamen zwanzig verschwommen grüne Wagen. Der kleine Hund wurde immer verzweifelter.

Er lief so nahe wie möglich an die Fahrbahn heran, und dann plötzlich wusste er es: Das war sicher immer der gleiche Wagen! Er fuhr nur immer wieder an ihm vorbei. Wenn der nächste grüne Wagen kam, würde er einfach hineinspringen, und dann würde alles wieder gut sein. Er spannte seine müden Muskeln, duckte sich, als der nächste verschwommen grüne Wagen heranbrauste und sprang...

Den Aufprall spürte er nur ganz kurz. Dann wurde er auf die Fahrbahn geschleudert und der nächste Wagen machte einen zottigen, blutigen Fleck aus ihm. Einen Fleck, der doppelt so groß war wie der kleine Hund.

Der tote Hund sah jetzt viel größer aus, so wie Tote für uns immer größer werden, wenn man nichts mehr an ihnen gutmachen kann.

(Verfasser unbekannt)



 
Am Morgen bist du sehr früh aufgestanden  und hast die Koffer gepackt. Du
nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch  ein kleiner Spaziergang vor dem
Urlaub - Hurra!
Wir fuhren mit dem Wagen und  du hast am Straßenrand gehalten. Die Tür ging
auf und du hast einen Stock  geworfen. Ich lief und lief, bis ich den Stock
gefunden und zwischen meinen  Zähnen hatte, um ihn dir zu bringen. Als ich
zurückkam warst du nicht mehr da!  

In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um dich zu finden, aber ich wurde  immer schwächer. Ich hatte Angst und großen Hunger. Ein fremder Mann kam, legte  mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in einem Käfig und  wartete dort auf deine Rückkehr. Aber du bist nicht gekommen.

Dann wurde mein  Käfig geöffnet, nein, du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden  hatte. Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod! Meine Stunde war gekommen.

Geliebtes Herrchen, ich will, dass du weißt, dass ich mich trotz  allen
Leidens, das du mir angetan hast, immer noch an dein Bild erinnere. Und  falls ich
noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte - würde ich auf dich zulaufen,
denn ICH HATTE DICH LIEB!!!


Diese traurige Geschichte stammt aus einer belgischen Zeitung mit der Bitte,  
sie zu verbreiten. Wenn mit dieser Geschichte auch nur ein einziger Hund vor
so  einem Schicksal bewahrt wird, ist schon viel gewonnen.



Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich dich mit meinen Mätzchen  und
brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich "dein Kind" und trotz einer  Anzahl
von gekauten Schuhen und einigen Sofakissen, die ich "ermordete",  wurde ich
dein bester Freund. Wann immer ich "ungezogen" war, zeigtest du  mir mahnend
den Zeigefinger und sagtest: "Wie konntest Du?" - aber dann  hattest du dich
sofort erweichen lassen und rolltest mich zur Seite, um  meinen Bauch zu
kraulen.

Meine Aufenthalte in der Wohnung wurden während  deines Studiums
immer länger, aber ich riss mich zusammen. Ich erinnere mich  an jene Nächte,
als ich mich an dich im Bett ganze nahe anschmiegte und dir zuhörte, wie du
im Schlaf gesprochen hattest und ich glaubte, dass das Leben  nicht
vollkommener sein könnte. Wir gingen in den Park, um dort lange  spazieren zu
gehen oder um herumzutollen, wir fuhren mit dem Auto  irgendwohin, kauften
uns ein Eis (ich erhielt nur den Rest der Waffel mit  ein wenig Eis, weil,
zuviel Eiscreme ist für Hunde nicht gesund", sagtest  Du), und ich hielt im
Sonnenstrahl, der durch die Balkontüre ins Wohnzimmer  hinein schien, ein
langes Schläfchen und wartete so, bis du von der Arbeit  nach Hause kamst.

Allmählich verbrachtes du mehr Zeit auf der Arbeit als zu  Hause mit mir, um
Karriere" zu machen. Auch verbrachtest du nun sehr viel  Zeit damit, um einen
"menschlichen Partner" finden zu können. Ich wartete  immer geduldig auf dich
tröstete dich bei Liebeskummer und deinen  Enttäuschungen und freute mich
ebenso mit dir, als du Erfolg bei einer Frau  hattest. Sie, jetzt ist sie
deine Ehefrau, ist kein "Hundeliebhaber", aber trotzdem begrüßte ich sie in
unserem Heim, respektiere sie und zeigte ihr,  dass ich sie mag. Ich war
glücklich, weil du glücklich warst!

Dann kam  die Zeit, in der Babys zur Welt kamen. Ich teilte die Aufregung mit
dir. Ich  war von der glatten Haut und vom angenehmen Geruch des Babys
fasziniert, so  dass auch ich sie bemuttern wollte. Aber du und deine Frau
dachten nur  daran, dass ich den Kindern schaden und sie verletzen könnte.
Daher musste  ich die meiste Zeit nun verbannt in einem anderen Raum
verbringen, Oh, wie  ich sie lieben wollte, aber es war mir vergönnt, denn
ich war ein  "Gefangener der Liebe". Während sie anfingen zu wachsen, wurde
ich ihr  Freund. Sie zogen an meinem Fell, griffen auf wackeligen Beinen nach
mir,  stießen ihre Finger in meine Augen, forschten an meinen Ohren und gaben
mir  Küsse auf meine Schnauze.
Ich liebte alles an ihnen, besonders ihre  Berührungen, weil Deine so selten
wurden. Ich war soweit, dass ich die  Kinder notfalls mit meinem Leben
verteidigen würde. Ich war soweit, in ihre  Betten zu schleichen, um ihren
Sorgen und geheimsten Träume zuzuhören. Zusammen mit ihnen das
Motorengeräusch deines Autos zu erwarten, während du  in die Einfahrt fuhrst.

Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du
aus deiner Brieftasche ein Foto von mir und erzähltest mit vollem Stolz über
mich. Die letzten Jahre antwortest du nur noch mit "Ja" und wechselst das
Thema. Ich war früher "Dein Hund" und bin heute "nur ein Hund"!

Dann hattest Du eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt, und du
und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt
waren. Du hattest für dich und deine Familie die richtige Entscheidung zu
finden, obwohl es einmal eine Zeit gab, in der "ich" deine Familie war. Mann
oh Mann, hatte die Autofahrt Spaß gemacht, bis ich bemerkte, wo wir
angekommen waren. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Furcht und nach
Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wissen
würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde. Die beiden Damen
hinter der Theke zuckten mit den Achseln und zeigten dir einen geschmerzten
Blick. Sie verstanden die Wirklichkeit, der ein Hund mittleren Alters
gegenüberstand, ja sogar ein Hund mit "Papieren".

Du hattest die Finger deines Sohnes von meinem Halsband lösen müssen, während er weinend schrie Nein Papa, bitte lass mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Ich wunderte mich in diesem Moment nur, wie du ihm gerade Lektionen über Freundschaft und  
Loyalität, über Liebe und Verantwortlichkeit beibringen konntest. Zum Abschied gabst du mir einen Klaps auf den Kopf, vermiedest dabei, mir in meine Augen zu schauen und lehntest höflich ab, mein Halsband und meine Leine mitzunehmen. Du hattest einen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen!

Kurz nachdem du gegangen warst, sagten die zwei netten Damen, dass du  
vermutlich Monate voraus vom Umzug wusstest und somit auch eine Möglichkeit  
vorhanden gewesen sein musste, einen "guten Platz" für mich zu finden. Sie  
schüttelten ihre Köpfe und fragten sich ... "Wie konntest Du?"
Die  beiden netten Damen widmeten uns ihre ganze Aufmerksamkeit, wann immer
es  ihre Zeit zuließ. Sie fütterten uns täglich und ausreichend, aber ich
verlor  meinen Appetit bereits vor Tagen. Anfangs, wann immer jemand an
meinen  Gehege vorbei ging, hetzte ich zur Frontseite und hoffte, dass du es
bist, dass du deine Meinung geändert hättest und dass alles nur ein böser
Traum war, oder ich hoffte, dass es zumindest jemand sein würde, der mich
mögen könnte, der mich retten würde.

Aber die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den liebenswerten, kleinen und
so tollpatschigen Welpen aufnehmen konnte. Weltvergessen in meinem eigenen
Schicksal zog ich mich in einer weichen Ecke zurück und wartete ab.
Eines Tages, es war am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man holte mich ab,
ich ging über einen langen Korridor, bis ich an  dessen Ende einen Raum
betrat. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau platzierte mich auf einen
Tisch, kraulte meine Ohren und erklärt mir, dass ich mich nicht zu sorgen
hätte. Mein Herz schlug in voller Erwartung auf das, was da kommen sollte.
Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl der Entlastung. Mir, dem Gefangenen der
Liebe, gingen die Tage aus.

Gemäß meiner Natur war  ich mehr um die nette Frau besorgt, als um mich selbst. Ich erkannte, dass  sie eine Belastung trägt, die tonnenschwer sein musste. Sie platzierte leicht einen Aderlass um mein Vorderbein, während eine Träne ihre Wange hinunterkullerte. Ich leckte ihre Hand in der gleichen Art und Weise, wie  ich es bereits Jahre vorher tat um dich zu trösten. Sie schob sachverständig  die hypodermatische Nadel in meine Vene. Nachdem ich den Einstich und den  Eintritt der kühlenden
Flüssigkeit in meinen Körper verspürte, lehnte ich  mich schläfrig zurück,
schaute dabei in ihre freundlichen Augen und murmelte: "Wie konntest Du?".
Möglicherweise verstand sie meine Hundesprache, denn sie sagte, "Es tut mir
leid!". Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen
besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht ignoriert, missbraucht oder
verlassen würde. Einem Platz, an dem ich mich nicht verstecken müsse, einen
Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden.

Mit meinem letzten Bisschen von Energie wedelte ich mit meinem Schwanz und
versuchte ihr so zu sagen, dass mein "Wie  konntest Du?", nicht gegen sie
gerichtet war. Ich dacht an dich, mein geliebtes Herrchen. Ich werde immer
an dich denken und auf dich warten. Möge jeder dir in deinem Leben immer
diese Loyalität zeigen.

Einige Worte des  Autors:
Wenn "Wie konntest Du?" Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen
genauso wie mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist es erlaubt diese  
Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient.  
Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier in eine  
Familie aufzunehmen, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere  
Liebe und unseren Respekt verdienen
Quelle: Jim Willis



 
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